Stars 18.08.2017

Gail Emms: Ein Schrei nach Hilfe

[Foto/Archiv: BadmintonPhoto]
Von Redaktion
Gail Emms zählt zu den erfolgreichsten Badmintonspielern der letzten Jahrzehnte. Die Britin gewann in ihrer Karriere unter anderem Olympia-Silber, wurde mit ihrem langjährigen Partner Nathan Robertson Weltmeisterin im gemischten Doppel, gewann die Yonex All-England und holte mehrere EM-Titel. Jetzt, 13 Jahre nach dem Ende ihrer Karriere, steht die 40-Jährige vor dem finanziellen Ruin.
Mit einer schockierenden Nachricht wandte sich Emms an die britische Öffentlichkeit. Gegenüber "The Telegraph" schilderte sie, wie schwierig es für sie sei, nach ihrer Karriere als Leistungssportlerin im Leben Fuß zu fassen. "Ich habe keinen Job und ich kann meine Rechnungen mittlerweile nicht mehr bezahlen", sagte Gail Emms.

Nach dem Karrierestop im Jahr 2008 folgten auch Depressionen und Panikattacken. Nur die Geburt ihres Sohnes kurz darauf, konnte sie aus dem Tal kurzfristig herausholen.

"Ich muss gestehen, ich schäme mich. Ich es kränkt mich sehr, zugeben zu müssen, dass ich - als Medaillengewinnerin bei Olympischen Spielen - gescheitert bin. Ich - Gail Emms - bin gescheitert. Es ist nicht nur die finanzielle Situation, sondern es ist im Moment auch ein mentaler Kampf."

"Ich weine oft" - Gail Emms, ehemaliger Badminton-Weltstar

"Briefe meiner Bank, von der Steuerbehörde oder einfache Telefonrechnungen. Jedes Mal, wenn ich so einen Brief öffnen muss, ist das eine Art Erinnerung, dass ich gescheitert bin. Es schmerzt. Ich weine oft. Um Rechnungen bezahlen zu können, verkaufe ich jetzt Dinge bei eBay. Damit versuche ich, von Monat zu Monat zu kommen."

"Einige Monate läuft es ganz gut. Ich kann das machen, was ich liebe: Kinder in den Schulen inspirieren - oder bei Veranstaltungen als Redner auftreten. Aber das wird von Jahr zu Jahr schwieriger. Das Profil eines ehemaligen Sportlers sinkt von Jahr zu Jahr."

Emms Hilfeschrei soll auch die nationale Sportorganisation UK Sport wachrütteln, Athleten nach dem Karriereende zu unterstützen. "Es gab viele Diskussion, Sportler direkt nach dem Ende als Leistungssportler auch auf dem weiteren Weg zu begleiten. Und auch mit Psychologen zusammenzubringen. Ich brauche die Hilfe jetzt."

Doch Emms macht auch sich selbst Vorwürfe. "Warum sollte mich jemand einstellen? Ich habe einen Lebenslauf, der sich ungefähr so liest: "Sie spielte zehn Jahre professionell Badminton." Ich bin 40 Jahre alt, habe keine Qualifikation - und keine Erfahrungen in Organisationen oder Firmen."

"Solltet ihr mich bei Starbucks als Barista sehen - und ich mache keine Scherze - entschuldige ich mich jetzt schonmal dafür, dass ich euren Namen falsch schreibe."




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