International 18.08.2019

WM-Kolumne: Der grüne Drache Basil

WM-Kolumne: Der grüne Drache Basil
Das WM-Maskottchen Basil mit der Schweizerin Sabrina Jaquet [Foto/LIVE: BadmintonPhoto]
Von Sven Heise
Nur noch wenige Stunden, dann startet die TOTAL BWF Weltmeisterschaft in Basel. Die ersten Federbälle im Wettkampf fliegen am Montag ab 9 Uhr über vier Felder in der St. Jakobshalle.
Am Sonntag eröffnete BWF-Präsident Poul-Erik Høyer die WM mit der ersten Pressekonferenz, auf die fünf weitere folgten: Herreneinzel, Dameneinzel, Doppel, Rollstuhlfahrer und stehende Paralympier. Mit dabei waren unter anderem Topfavorit Kento Momota, WM-Trailer-Star Sabrina Jaquet, Deutschlands Doppel-As Mark Lamsfuß, Dänemarks Star Anders Antonsen und der grüne Drache Basil. Die wichtigen Aussagen, die ich behalten habe, sind, dass es für Momota nicht mehr dasselbe ist wie letztes Jahr - schließlich kann man nur einmal zum ersten Mal Weltmeister werden - und dass es für Sabrina ein besonderer Höhepunkt zum Ende ihrer Karriere ist, auf heimischem Boden anzutreten. Deutschlands Doppel-As Mark Lamsfuß wird natürlich auch sein Bestes geben, schließlich hat er an Basel mit dem Turniersieg bei den Swiss Open 2018 gute Erinnerungen. Anders Antonsen nimmt die WM als Turnier wie jedes andere - er gibt wie immer alles und nervös machen lässt er sich nicht.

Der grüne Drache Basil hat als Vorbild das mythische Basler Wappentier "Basilisk", das eigentlich eine Mischung aus Hahn und Schlange ist. Aber da man das so schlecht erklären kann und Drachen gerade ziemlich in sind, ist das WM-Maskottchen sehr viel freundlicher geraten und wird zu den finalen Games of Thrones am Sonntag mit Sicherheit nicht Feuer speiend über die Zuschauer fliegen. Wer drinsteckt, verrate ich nicht - aber auf einen über die Felder springenden Verkäufer von Glacé (Eis) wie zu früheren Swiss Open-Zeiten wird man dieses Jahr vergeblich warten.

Für mich persönlich war es heute wieder ein langer Weg. Mit meiner lieben Bekannten Jan vom Mediateam der YONEX All England habe ich die Pressesitze in den Para-Hallen und vor allem den Weg zur Mixed-Zone beschildert. Dieser Weg wird kein leichter sein, aber es werden nun vielleicht nur noch die Hälfte der Journalisten zwischendurch verloren gehen, sofern sie nicht bereits beim Abstieg von den Presseplätzen unter dem Hallendach abstürzen. Aber wir werden noch einige Notrationen ausgeben, falls jemand sich trotz unserer Wegweisung in den Katakomben der St. Jakobshalle verirrt und erst nach Tagen wiedergefunden wird.

Fotografen haben die "No-Go Area" hinter den vier Feldern übrigens unbedingt zu beachten. Wer hier die Abkürzung nimmt, riskiert das Turnier-Aus. Schließlich wollen die Millionen Fernsehzuschauer nur die Spieler sehen und sie sollen dann auch uneingeschränkt Blick auf die elektronisch für jedes Land unterschiedlich eingeblendeten Werbetafeln haben.

Und eine klassenlose Gesellschaft gibt es auch nicht - nur die sogenannten "Rights Holder", also die zahlenden TV-Stationen, dürfen im Innenraum filmen und sind mit schwarzen Leibchen - englisch: "Bibs" - als solche gekennzeichnet. Für die Fotografen stehen rote Bibs zur Verfügung und ohne Bib darf sich medienmäßig niemand im Innenraum tummeln.

So, ab Montag 9 Uhr geht es nun los. Ich freu mich auf das große Ereignis und wünsche euch allen viel Spaß und interessante Spiele! Wir sehen uns in Basel!