International 2023.05.24

Badminton-Legende: "Die Grenze ist erreicht"

Badminton-Legende:
Badminton-Legende Poul-Erik Høyer [Foto/Archiv: BadmintonPhoto]
Von Redaktion
Mia Blichfeldt hat nach ihrem WM-Spiel gegen Goh Jin Wei aus Malaysia sowohl Drohungen als auch Hassbotschaften erhalten. BWF-Präsident Poul-Erik Høyer verurteilt die Reaktionen der Fans.
"Es tut mir leid, das zu hören. Das gehört nicht zu unserem Sport“, sagt Poul-Erik Høyer, Präsident des internationalen Badminton-Verbandes BWF, gegenüber TV 2 Sport.

"Wir bekommen immer mehr Fans - und das ist großartig, aber hier ist die Grenze erreicht. Wir versuchen natürlich als Weltverband zu vermitteln, dass wir das nicht wollen“, fügt er hinzu.

Die Nachrichten strömen in Mia Blichfeldts Posteingang, seit sie am vergangenen Freitag gegen Goh Jin Wei gespielt hat. Die beiden Spielerinnen lieferten sich sowohl spielerisch als auch mental einen harten Kampf, der für viele malaysische Fans zu wohl viel war, als Mia Blichfeldt ihrer Gegnerin den Ball aus den Händen nahm.

„Ich bin seit vielen Jahren auf den Turnieren unterwegs und habe noch nie eine so heftige Reaktion auf ein Spiel erlebt“, sagt Blichfeldt zu TV 2 Sport.

Bei einigen Nachrichten handelt es sich um direkte Drohungen, und es ist nicht das erste Mal, dass dänische Spieler mit solchen Dingen konfrontiert werden. Das sagt auch Jens Meibom, Sportdirektor beim dänischen Badminton-Verband.

"Leider glaube ich auch nicht, dass es das letzte Mal sein wird. In Asien ist Badminton auf dem gleichen Niveau wie Fußball und es gibt extreme Badminton-Fans in Asien, die sich mit Leib und Seele dafür einsetzen“, sagt Jens Meibom.

BWF bereitet die Spieler vor

Mia Blichfeldt schützte sich zunächst vor den unangenehmen Nachrichten, indem sie ihre Profile in den sozialen Medien deaktivierte.

Zudem hofft sie, dass die Zuschauer beim bevorstehenden Turnier in Malaysia nicht die Absicht haben, die schlechte Stimmung in die Halle zu tragen.

"Nichts deutet darauf hin, dass Anlass zur Besorgnis besteht – auch nicht im Hinblick auf Mias Erfahrungen in Malaysia. Aber natürlich haben wir auch mit der BWF darüber gesprochen", sagt Jens Meibom.

Und dann sind wir wieder bei Poul-Erik Høyer, der in der BWF versucht, die Spieler auf solche Reaktionen vorzubereiten.

„Es ist wahrscheinlich schwierig, die Spieler vollständig zu schützen, aber wir müssen sie zumindest darüber informieren, wie solche Hassbotschaften aussehen und wie man sie auf Distanz hält“, sagt der BWF-Präsident.

Die Mixed-Team-Weltmeisterschaft endete am Sonntag mit einem Sieg Chinas.


Anzeige


Anzeige