International 2026.03.01

Krieg sorgt für Unsicherheit vor den YONEX All England

Krieg sorgt für Unsicherheit vor den YONEX All England
[Foto/Archiv: Sven Heise]
Von Redaktion
Das traditionsreiche Badmintonturnier YONEX All England Open in Birmingham beginnt in wenigen Tagen. Doch die sportliche Vorbereitung wird derzeit von geopolitischen Spannungen im Nahen Osten überschattet.
Militärische Eskalationen in der Region haben den internationalen Flugverkehr beeinträchtigt und sorgen unter Spielern, Trainern und Verbänden für wachsende Besorgnis.

Besonders betroffen ist die indische Spitzenspielerin P. V. Sindhu. Die ehemalige Weltmeisterin konnte nach einem Zwischenstopp am Dubai International Airport nicht weiterreisen und sitzt derzeit in Dubai fest. Am Samstagabend hatte der Flughafen einen sicherheitsrelevanten Vorfall bestätigt, den die Behörden zwar als begrenzt einstuften, der vor Ort jedoch als äußerst beunruhigend wahrgenommen wurde. Sindhu berichtete über soziale Medien von einer Explosion in unmittelbarer Nähe ihres Aufenthaltsortes. Ihr Trainer Irwansyah Adi Pratama befand sich demnach besonders nah an Rauch und Trümmern. Beide seien inzwischen in Sicherheit und in einem Hotel untergebracht.

Der Badminton-Weltverband (BWF) verfolgt die Entwicklung aufmerksam. In enger Abstimmung mit Badminton England sowie den nationalen Verbänden werde fortlaufend geprüft, inwieweit die Anreise der Teilnehmer zu den All England Open Badminton Championships beeinträchtigt sei. Die Sicherheit der Athleten habe oberste Priorität. Man arbeite an möglichen Alternativ- und Notfallplänen für den Turnierablauf, sollte es zu weiteren Verzögerungen kommen.

Nach Angaben von TV 2 Sport ist Sindhu derzeit die einzige Spielerin aus der absoluten Weltspitze, die an einem Transitort festsitzt. Andere Delegationen, darunter das japanische Nationalteam, mussten zwar Flüge über den Nahen Osten absagen, haben jedoch bereits alternative Routen organisiert. Auch die Weltranglistenerste im Dameneinzel, An Se-young, wurde zu möglichen Auswirkungen auf ihre Reisepläne befragt.

Die Unsicherheit betrifft nicht nur Turnierteilnehmer. In Dubai, das zuletzt mehrfach Ziel von Raketen- und Drohnenbewegungen aus dem Iran wurde, leben zahlreiche internationale Sportler. Dazu zählt auch der dänische Olympiasieger Viktor Axelsen. Er versicherte über sein Instagram-Profil, dass er und sein Umfeld in Sicherheit seien und den Anweisungen der örtlichen Behörden folgten. Zugleich riet das dänische Außenministerium angesichts der Lage von Reisen nach Dubai ab.

Auslöser der angespannten Situation sind militärische Aktionen der USA und Israel gegen Ziele im Iran, auf die Teheran mit Angriffen auf amerikanische Stützpunkte im Nahen Osten reagierte. Die Folgen dieser Eskalation reichen damit bis in den internationalen Sportbetrieb hinein. Für die All England bedeutet dies eine außergewöhnliche und nervöse Ausgangslage, in der sportliche Ambitionen vorerst hinter Sicherheitsfragen zurücktreten müssen.



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