Stars 2025.09.20

Poul-Erik Høyer wird 60

Poul-Erik Høyer wird 60
[Foto/Archiv: BadmintonPhoto]
Von Redaktion
Zwölf Jahre lang stand Poul-Erik Høyer an der Spitze des Badminton-Weltverbandes BWF, obwohl er seit 2015 an Parkinson litt. Heute am 20. September begeht der Olympiasieger seinen 60. Geburtstag.
Es gibt Bilder, die sich in das kollektive Gedächtnis eines Landes einbrennen. Für den dänischen Sport sind es jene Aufnahmen von Poul-Erik Høyer, wie er kniend sein T-Shirt zerreißt – ein Ausdruck von Leidenschaft und unbändigem Siegeswillen. Nicht im Finale, wie vielfach angenommen, sondern bereits im Halbfinale der Olympischen Spiele von Atlanta 1996 riss der Däne sein Shirt entzwei. Doch unsterblich machte er sich am folgenden Tag: als erster Badmintonspieler seines Landes gewann er olympisches Gold.

Der Triumph bildete den Höhepunkt einer herausragenden Karriere, die Høyer zwei Siege bei den traditionsreichen YONEX All England Championships, drei Europameistertitel und drei Bronzemedaillen bei Weltmeisterschaften einbrachte. 2010 folgte die Aufnahme in die Hall of Fame des Sports.

Doch Høyers Einfluss reichte weit über das Spielfeld hinaus. Zunächst als Präsident von Badminton Europe und ab 2013 als Präsident des Weltverbands BWF prägte er die Entwicklung der olympischen Sportart. Nicht immer stieß er dabei auf Zustimmung – manche Entscheidungen riefen erheblichen Widerstand bei Spielern hervor. Dennoch blieb er zehn Jahre lang an der Spitze, bevor er im Frühjahr 2025 zurücktrat. Die Krankheit, die ihn seit einem Jahrzehnt begleitete, ließ die Fortführung seiner Arbeit nicht länger zu.

Ganz losgelassen hat Høyer den Sport indes nicht. Wenn der dänische Verband ruft, steht er bereit, Rat und Unterstützung zu geben. Zudem war er von 2014 bis 2022 Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees, das ihn als Stimme des Badmintons anerkannte. Auch in der Politik suchte er zeitweilig sein Glück – als Stadtrat der konservativ-liberalen Partei Venstre in Gribskov und als Kandidat für das Europäische Parlament.

Heute aber versteht sich Høyer vor allem als Privatmann. „Ich genieße das Leben und freue mich darauf, künftig mehr Zeit mit dem Angeln verbringen zu können. Während meiner aktiven Jahre war ich so oft unterwegs, dass dafür kaum Gelegenheit blieb“, sagte er jüngst der Nachrichtenagentur Ritzau.

Fast zwei Jahrzehnte war er mit Heidi Engell Høyer verheiratet, mit der er zwei Söhne hat. Seit einigen Jahren ist er mit der Physiotherapeutin Joan Fabricius liiert, die ihn darin unterstützt, seine Beweglichkeit zu bewahren und die Krankheit so gut es geht im Zaum zu halten.

Mit sechzig Jahren blickt Poul-Erik Høyer auf eine Karriere zurück, die ihn vom gefeierten Athleten zum einflussreichen Funktionär führte – und auf ein Leben, das zeigt, wie sich auch ein Champion den Herausforderungen des Schicksals stellen muss.



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