Stars 2025.10.13

Kian-Yu Oei: Von Berlin-Moabit nach Los Angeles?

Kian-Yu Oei: Von Berlin-Moabit nach Los Angeles?
Kian-Yu Oei [Foto/Archiv: Privat]
Von Redaktion
In Berlin-Moabit geboren, zwischen Hallenböden und Federbällen aufgewachsen. Kian-Yu Oei wusste früh, dass Badminton mehr als nur ein Hobby für ihn ist. Heute zählt der 22-Jährige zu den besten deutschen Einzelspielern und jagt am Bundesstützpunkt Saarbrücken seinem nächsten großen Ziel hinterher: den Top 100 der Welt.
Seine Familiengeschichte ist so international wie der Sport, den er liebt: Die Großeltern kamen aus Indonesien in die Niederlande, dann nach Deutschland. Seine Mutter ist hier geboren, sein Vater ein Bayer – und Badminton spielt in der Familie fast jeder. „Ich war schon als kleines Kind ständig in der Halle“, sagt Kian-Yu. Kein Wunder also, dass er irgendwann selbst zum Schläger griff.

In Berlin-Mitte aufgewachsen, pendelte er als Schüler oft nach Prenzlauer Berg – dort lag nicht nur sein erstes Gymnasium, sondern auch die Halle seines Heimatvereins SV Berliner Brauereien. „Ich vermisse Freunde und Familie schon sehr“, gibt er zu. Doch der Schritt zunächst nach Mülheim und nun Saarbrücken war sportlich notwendig.

Am Bundesstützpunkt läuft alles ein bisschen anders: kurze Wege, perfekte Trainingsbedingungen, professionelle Betreuung durch Physio und Sportmedizin – aber eben auch mehr Abgeschiedenheit. „Daran muss man sich erst gewöhnen“, meint er.

Finanziell erhält Kian Unterstützung durch die Deutsche Sporthilfe, YONEX, ARAG, Foodoholic, der Sportstiftung Hessen und seinem Bundesligaverein SV Fun-Ball Dortelweil. Trotzdem spürt auch er die angespannte Lage im deutschen Badminton-Sport. „Mehr Planungssicherheit wäre für viele Spieler wünschenswert“, sagt er nüchtern. "Die finanzielle Lage im deutschen Sport ist allgemein zunehmend angespannt, wovon auch der DBV betroffen ist. Obwohl ich persönlich versuche, mich davon weniger beeinflussen zu lassen."

Mit Trainer John Dinesen arbeitet Kian-Yu derzeit intensiv an seinen Schlägen im Hinterfeld – Angriff variabler gestalten, das neutrale Spiel stabilisieren. Das Ziel: mehr Konstanz, mehr Durchschlagskraft, mehr Siege.

In der Weltrangliste steht er aktuell auf Platz 136 – Nummer drei in Deutschland. Die Richtung? Eindeutig nach oben. „Kurzfristig will ich in die Top 100, langfristig ist die Qualifikation für die Olympischen Spiele in Los Angeles 2028 mein großes Ziel.“

Seine sportlichen Vorbilder? Die europäischen Profis auf der World Tour – etwa die Popov-Brüder aus Frankreich. Und im eigenen Umfeld inspirieren ihn seine Landsleute Marvin Seidel und Mark Lamsfuß, Doppel- und Mixedspezialisten, von denen er sich taktisch und mental viel abschaut. "Ich kann von ihnen viel über den Sport und die Herangehensweise an verschiedene Themen lernen."



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