International 2025.12.25
Dänische Herausforderungen

[Foto/Archiv: BadmintonPhoto]
Von Redaktion
Dänemark gilt im Badminton über Jahrzehnte hinweg als verlässlicher Lieferant für Weltklassespieler. Namen wie Morten Frost, Peter Gade, Poul-Erik Høyer oder Viktor Axelsen prägten das internationale Geschehen. Noch immer ist das Land in der Weltspitze vertreten. Doch Chef-Nationaltrainer Thomas Stavngaard beobachtet eine Entwicklung, die ihm Sorge bereitet: Der Nachwuchs dünnt aus.
„Ich sehe weniger herausragende Talente, die unmittelbar den Weg an die Weltspitze nehmen können“, sagt der ehemalige Weltklasse-Doppelspieler im Interview mit TV2. Bei früheren Generationen sei früh klar gewesen, dass sie internationale Titel gewinnen würden. Heute sei es schwieriger vorherzusehen, wer den finalen Schritt schaffe. Gleichwohl verweist Stavngaard darauf, dass dänische Spieler immer wieder überraschend Durchbrüche erzielten. Das Beispiel von Anders Skaarup führe vor Augen, dass Prognosen trügen können.
„Ich weiß nicht, ob ich zuversichtlich bin. Ich sehe weniger sehr große Talente, die nachkommen. Als Viktor Axelsen, Anders Antonsen und Jan Ø. Jørgensen Jugendspieler waren, wussten wir, dass sie Weltstars werden würden. Heute ist es schwerer zu erkennen, wer den ganzen Weg gehen wird", spricht Stavngaard gegenüber TV2.
Derzeit ist Anders Antonsen als Nummer drei der Weltrangliste im Herreneinzel der bestplatzierte Däne. Das Doppel Kim Astrup/Anders Skaarup belegt Rang neun. Olympiasieger Viktor Axelsen ist aufgrund einer längeren Verletzungspause auf Platz 30 zurückgefallen.
Frankreichs Aufstieg und die Frage nach dem Modell
Bei den jüngsten Saisonfinals (HSBC BWF World Tour Finals 2025) bestätigte sich ein Trend, der in Dänemark aufmerksam verfolgt wird. Der Franzose Christo Popov gewann das Turnier nach einem souveränen Finalerfolg gegen die Nummer eins der Welt, Shi Yuqi. Frankreich, lange Zeit eher Randerscheinung im Badminton, schiebt sich seit einigen Jahren mit wachsender Entschlossenheit nach vorne.
Stavngaard führt das auf strukturelle Unterschiede zurück. „Frankreich arbeitet nach einer asiatischen Entwicklungslogik. Talente werden sehr früh zentralisiert und spezialisiert“, erklärt er. Dänemark hingegen sei traditionell auf die Talentarbeit der großen und gut strukturierten Vereine angewiesen. Eine umfassende Zentralisierung könne das Land weder organisatorisch noch finanziell leisten. „Wir schauen genau hin, was wir von Frankreich oder auch von China lernen können. Aber wir stoßen an Grenzen – nicht zuletzt wirtschaftliche.“
Dass französische Spieler nun auch im Erwachsenenbereich internationale Titel gewinnen, ist neu. Im Jugendbereich habe Frankreich stets Qualität gezeigt, resümiert der Trainer.
Neue Trainingsmöglichkeiten in Brøndby
Während Frankreich investiert und zentralisiert, setzt Dänemark auf eine behutsame Verbesserung der Rahmenbedingungen. In der Brøndby-Halle, Trainingszentrum der Nationalmannschaft, wurden jüngst zusätzliche Felder geschaffen. Fünf Courts mehr sollen helfen, mehr Nachwuchsspieler an das Topniveau heranzuführen.
„Das war lange ein Engpass. Jetzt können wir größere Gruppen aufnehmen und intensiver fördern“, sagt Stavngaard. Ab Sommer wird das Nachwuchsprogramm erweitert: Neben dem bisherigen wöchentlichen Training sollen zwei zusätzliche Einheiten am Morgen angeboten werden – nur für die aussichtsreichsten jungen Spieler.
Jahrelang sei die Kapazität in Brøndby ein Hindernis gewesen – mit der größeren Anzahl an Feldern würden die Bedingungen nun deutlich mehr Talenten zugutekommen.
„Montagabend gibt es ein Talenttraining in Brøndby, und ab Sommer wird es erweitert: Es wird auch zwei Morgentrainings für die talentiertesten jungen Spieler geben, damit sie sich beweisen und in das Seniorensystem hineinwachsen können.“
Doch obwohl Frankreich derzeit Erfolge feiert, bleibt Stavngaards Ziel, dass Dänemark weiterhin Europas führende Badminton-Nation bleibt.
„Das ist jetzt eine Herausforderung für uns – und sie haben viel, viel mehr Spieler als wir -, aber unser Ziel ist es, sie hinter uns zu halten.“
„Ich weiß nicht, ob ich zuversichtlich bin. Ich sehe weniger sehr große Talente, die nachkommen. Als Viktor Axelsen, Anders Antonsen und Jan Ø. Jørgensen Jugendspieler waren, wussten wir, dass sie Weltstars werden würden. Heute ist es schwerer zu erkennen, wer den ganzen Weg gehen wird", spricht Stavngaard gegenüber TV2.
Derzeit ist Anders Antonsen als Nummer drei der Weltrangliste im Herreneinzel der bestplatzierte Däne. Das Doppel Kim Astrup/Anders Skaarup belegt Rang neun. Olympiasieger Viktor Axelsen ist aufgrund einer längeren Verletzungspause auf Platz 30 zurückgefallen.
Frankreichs Aufstieg und die Frage nach dem Modell
Bei den jüngsten Saisonfinals (HSBC BWF World Tour Finals 2025) bestätigte sich ein Trend, der in Dänemark aufmerksam verfolgt wird. Der Franzose Christo Popov gewann das Turnier nach einem souveränen Finalerfolg gegen die Nummer eins der Welt, Shi Yuqi. Frankreich, lange Zeit eher Randerscheinung im Badminton, schiebt sich seit einigen Jahren mit wachsender Entschlossenheit nach vorne.
Stavngaard führt das auf strukturelle Unterschiede zurück. „Frankreich arbeitet nach einer asiatischen Entwicklungslogik. Talente werden sehr früh zentralisiert und spezialisiert“, erklärt er. Dänemark hingegen sei traditionell auf die Talentarbeit der großen und gut strukturierten Vereine angewiesen. Eine umfassende Zentralisierung könne das Land weder organisatorisch noch finanziell leisten. „Wir schauen genau hin, was wir von Frankreich oder auch von China lernen können. Aber wir stoßen an Grenzen – nicht zuletzt wirtschaftliche.“
Dass französische Spieler nun auch im Erwachsenenbereich internationale Titel gewinnen, ist neu. Im Jugendbereich habe Frankreich stets Qualität gezeigt, resümiert der Trainer.
Neue Trainingsmöglichkeiten in Brøndby
Während Frankreich investiert und zentralisiert, setzt Dänemark auf eine behutsame Verbesserung der Rahmenbedingungen. In der Brøndby-Halle, Trainingszentrum der Nationalmannschaft, wurden jüngst zusätzliche Felder geschaffen. Fünf Courts mehr sollen helfen, mehr Nachwuchsspieler an das Topniveau heranzuführen.
„Das war lange ein Engpass. Jetzt können wir größere Gruppen aufnehmen und intensiver fördern“, sagt Stavngaard. Ab Sommer wird das Nachwuchsprogramm erweitert: Neben dem bisherigen wöchentlichen Training sollen zwei zusätzliche Einheiten am Morgen angeboten werden – nur für die aussichtsreichsten jungen Spieler.
Jahrelang sei die Kapazität in Brøndby ein Hindernis gewesen – mit der größeren Anzahl an Feldern würden die Bedingungen nun deutlich mehr Talenten zugutekommen.
„Montagabend gibt es ein Talenttraining in Brøndby, und ab Sommer wird es erweitert: Es wird auch zwei Morgentrainings für die talentiertesten jungen Spieler geben, damit sie sich beweisen und in das Seniorensystem hineinwachsen können.“
Doch obwohl Frankreich derzeit Erfolge feiert, bleibt Stavngaards Ziel, dass Dänemark weiterhin Europas führende Badminton-Nation bleibt.
„Das ist jetzt eine Herausforderung für uns – und sie haben viel, viel mehr Spieler als wir -, aber unser Ziel ist es, sie hinter uns zu halten.“
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