Kolumne 2021.08.23

Badminton und Fußball – Was der Fußball vom Rückschlagspiel lernen kann

Badminton und Fußball – Was der Fußball vom Rückschlagspiel lernen kann
[Foto: BadmintonPhoto]
Von Redaktion
Fußball ist sowohl in Deutschland als auch weltweit der beliebteste Sport der Welt. Millionen von Menschen verfolgen die Top-Ligen und Turniere dieses Sports. Dennoch gibt es auch kritische Stimmen zu den Entwicklungen im Profifußball. Auch am Badminton kann sich der Fußball einige Beispiele nehmen.
Bis zu 6 Millionen Personen sahen in Deutschland das Eröffnungsspiel zwischen Borussia Mönchengladbach und dem FC Bayern München. Klar, dass bei dem Interesse auch Wettanbieter wie bwin eine Vielzahl von Wettmöglichkeiten im Fußball anbietet. Von diesen Einschaltquoten können Sportarten wie Badminton lediglich träumen, wenn das Rückschlagspiel denn überhaupt Fernsehzeiten erhält.

Immerhin: Die etwa fünfminütige Zusammenfassung des Doppels Mark Lamfuß und Marvin Seidel bei den Olympischen Spielen gegen Li Jun Hui und Liu Yu Chen verfolgten bis zu 3 Millionen Personen. Und trotz geringerem Interesse gibt es einige Dinge, die im Badminton sympathischer sind als im Fußball.

Weniger Theatralik und Diskussionen

Zugegeben, beide Sportarten haben nicht viel miteinander zu tun. Während im Fußball der Körper auch direkt physisch gegen den Gegenspieler eingesetzt wird, kommt es beim Badminton natürlich zu keinen Kontaktsituationen mit dem Gegner. Dennoch, die Theatralik im (Profi-) Fußball ist für viele Sportfans unerträglich. Vor allem gegen Ende einer engen Partie wird jeder Kontakt der in Führung liegenden Mannschaft ausgiebig zelebriert, zudem über 90 Minuten lang die Entscheidungen der Schiedsrichter kritisiert und mit manchmal unfairen Mitteln versucht, den Gegner zu stören.

Im Badminton hingegen ist das anderes. Gelegentlich gibt es Diskussionen, wenn ein Ball knapp innerhalb oder außerhalb des Spielfelds war, allerdings deutlich seltener, als im Fußball. Zudem fällt auch das Drehen an der Uhr weg, da der Satz bei mindestens 21 Punkten und maximal 30 Punkten beendet ist und die Zeit irrelevant ist.

Schnelles, abwechslungsreiches Spiel

Fußballspiele können extrem spannend sein, wenn denn etwas passiert. Allerdings gibt es auch Spiele, bei denen man nicht viel verpasst hat, wenn man das Match nicht verfolgt hat. Vor allem ein chancenarmes 0:0 von zwei Mannschaften, die nahezu ausschließlich auf ihre Defensive bedacht sind, bedeuten für Fußballfans keine Leckerbissen.

Badminton verspricht jedoch Punkte und Emotionen. Selbst, wenn eine Person der anderen unterlegen ist, kann sich die unterlegene Person nicht hinten reinstellen und auf ein 0:0 spielen.

Oftmals entwickeln sich Spiele mit verschiedenen Phasen. Jeder Punkt ist umkämpft und kann für das Momentum des anderen sorgen.

Kein Spiel um Millionen

Die Zeiten, als es eine Sensation war, wenn Fußballspieler für Millionenbeträge den Verein wechselten, sind Jahrzehnte vorbei. Inzwischen wechselt jeder mittelmäßige Fußballprofi für mehrere Millionen die Mannschaft. Der teuerste Transfer aller Zeiten stammt bereits aus der Saison 17/18 von einem Spieler, der für viele für genau das steht, was am modernen Fußball kritisiert wird: Neymar wechselte für 222 Millionen von Barcelona zu Paris Saint-Germain.

Zudem versuchen Topvereine und Verbände, ob DFB, UEFA oder FIFA, mit immer mehr Wettbewerben noch mehr Geld aus dem Fußball herauszuziehen, Korruption inklusive. Die vergangenen großen Turniere der FIFA seit 2002 sollen auf sehr fragwürdige Art und Weise vergeben, Fußballfunktionäre für die Wahlen der Verbandspräsidenten bestochen worden sein.

Eine solche Geldblase besteht beim Badminton nicht. Das hat natürlich auch damit zu tun, dass mangels Interesse gar nicht die Möglichkeiten dazu bestehen. Dennoch kann sich der Fußball an vielen anderen Sportarten ein Beispiel nehmen, unter anderem am Badminton. Ansonsten wird die Blase irgendwann platzen. Spitzenteams wie Real Madrid und der FC Barcelona sind bereits jetzt so hoch verschuldet, dass sie der Corona-Lockdown fast in die Knie zwang. Obwohl Sponsoren jährlich einen hohen Millionenbetrag investieren.





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