Stars 2021.01.31

Was war da eigentlich im zweiten Satz los?

Was war da eigentlich im zweiten Satz los?
Anders Antonsen [Foto/LIVE: BadmintonPhoto]
Von Redaktion
Der 23-jährige Anders Antonsen sicherte sich am Sonntag mit dem BWF-Saisonfinale den größten Triumph seiner Karriere. Aber was war da eigentlich im zweiten Satz los?
Nach dem 21-16-Sieg im ersten Satz war es offensichtlich, dass Anders Antonsen nicht mehr 100 % gab. Zwischenzeitlich lag er gegen seinen Landsmann Viktor Axelsen sogar 1-13 zurück.

Dies veranlasste den italienischen Schiedsrichter, Fabio Betto, zu reagieren und den Dänen zu sich zu rufen, da dies nur einer von vielen einfachen Fehlern zu Beginn des zweiten Satzes war.

"Anders, Anders. Bist du in Ordnung? Du musst dein Bestes geben. Okay? Bitte erinnere dich daran", erklärte Betto.

"Ich tue alles, was ich kann", war die Antwort von Anders Antonsen.

Mit einem "Okay" schloss der Schiedsrichter die Sache für sich ab. Ein Schiedsrichter muss laut BWF-Statuten einen Spieler zu sich rufen, wenn er das Gefühl hat, der Spieler gibt nicht sein Bestes.

Das kurze Gespräch mit dem Schiedsrichter änderte jedoch nichts daran, dass Antonsen weiter Kräfte sparte und sich mehr oder weniger "abschießen" liess. Antonsen unterlag 5-21.

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Eine Erklärung für den seltsamen zweiten Satz muss wohl in Anders Antonsens körperlicher Verfassung gesucht werden. Seine Vorbereitung für das Saisonfinale war alles andere als optimal, nachdem er sich im Dezember mit dem Coronavirus infiziert hatte. Dies zeigte sich sowohl bei den YONEX Thailand Open als auch bei den TOYOTA Thailand Open, die in den zwei Wochen vor dem Saisonfinale gespielt wurden.

Daher war er sich bereits vor Spielbeginn bewusst, dass es im Showdown zwischen den beiden Landsleuten sehr darauf ankommen wird, wie er mit seinen Kräften haushalten würde können.

"Ich wusste sehr gut, dass ich es schwer haben würde, wenn ich drei harte Sätze gegen Viktor spielen müsste. Der Spielplan war also, dass ich den ersten Satz gewinne und wenn ich einen guten Start in den zweiten Satz habe, könnte ich es versuchen. Wenn nicht, muss ich den zweiten Satz so schnell wie möglich 'wegwerfen'".

"Ich musste mit meinen Kräften sehr, sehr kalkuliert umgehen. Deshalb habe ich beschlossen, dass es klüger ist, auf einen Sieg im dritten Satz zu setzen", erklärte Anders Antonsen nach dem Sieg gegenüber dem dänischen Fernsehsender TV2, der das Finale vor einem dänischen Millionenpublikum übertrug.

Antonsen leidet noch unter den Folgen einer Corona-Infektion und hatte bereits in seinem Halbfinale gegen Wang-Tzu-wie einen auffällig schwachen zweiten Satz gespielt.

Seine Rechnung ging auch gegen Axelsen auf und er konnte den dritten Satz gewinnen.

"Man könnte vielleicht denken, es ist unsportlich, einen Satz so wegzuschenken. Aber ich möchte es umdrehen: Anders hat so gespielt, um gewinnen zu können. Man kann eigentlich nicht sauer auf ihn sein. Er kennt seinen Körper am besten und weiß, dass er nach der Corona-Infektion noch nicht im Vollbesitz seiner Kräfte ist", erklärt der ehemalige Weltklassespieler Jim Laugesen, der mittlerweile als Badminton-Experte beim Sender TV2 arbeitet.

"Er ist auch ehrlich und verbirgt nicht, dass es reine Taktik war. Und dann müssen wir uns nur noch daran erinnern, dass viele andere Top-Spieler diese Taktik schon einmal angewendet haben, um Energie zu sparen."





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